Typisch australisch

Thongs
Thongs
..... in Deutsch werden sie Badelatschen oder neuerdings auch Flip Flops genannt. In Australien gibt es sie schon seit vielen Jahrzehnten und es trägt sie fast jeder. Sie sind nicht nur eine australische Tradition, sondern repräsentieren auch eine australische Lebensphilosophie und sind Symbol für freie, ungezwungene, nicht an Konventionen gebundene Lebensweise.

Sie sind ein treues und vertrautes Kleidungsstück und je älter sie werden, umso mehr tragen sie die Handschrift oder besser gesagt, den Fußabdruck ihres Besitzers. Sie werden deswegen zu jeder passenden oder manchmal auch unpassenden Gelegenheit, auf jeden Fall bei jedem Wetter, getragen. Ihr Besitzer hängt an ihnen, obwohl ihnen nachgesagt wird, dass sie nicht gut für die Füße sind und gesundheitliche Probleme verursachen können. Ersetzt werden sie erst, wenn sie quasi von den Füßen fallen. Wenn sie dann schweren Herzens im Abfalleimer landen, fühlt sich ihr Besitzer als hätte er einen guten Freund verloren.

BYO Cooler

BYO ist die Abkürzung für “bring your own” - viele australische Restaurants haben keine Ausschanklizenz.
Ein “BYO Cooler” ist ein isolierter Flaschenbehälter mit Trageriemen, womit man seinen gekühlten Wein mit zum Restaurant nimmt. Als Nicht-Australier fühlt man sich eher unwohl mit seinem „Handtäschchen“, doch wenn man es lange genug praktiziert hat, gewöhnt man sich daran. Etwas einfacher ist es, wenn man die Flasche im Bottle Shop um die Ecke kauft und sie „getarnt“ in einer braunen Papiertüte zum Restaurant trägt.

The Green Bag
Umwelttaschen
„The Green Bag“ ist eine Umwelttasche, die es ursprünglich nur in der Farbe grün gab, aber mittlerweile in allen Regenbogenfarben erhältlich ist. Mit ihr signalisiert man demonstrativ Umweltbewusstsein und, dass man die Verwendung von Plastiktüten vermeiden will. Bald bleibt den Australiern auch nichts anderes mehr übrig, denn es wird keine Plastiktüten mehr geben, da die Produktion eingestellt wird. Der Plan soll noch im Jahr 2008 umgesetzt werden. Das wird für viele Australier eine gravierende Umstellung.

Energiesparlampen

Ab 2010 sollen keine konventionellen Glühbirnen mehr verkauft werden und ab dann wird in ganz Australien auf Energiesparlampen umgestellt.

Was tickt denn hier?

Sehr positiv ist mir das „Ticken“ an roten Fußgängerampeln aufgefallen. Das ist natürlich besonders wichtig für Leute, die nicht (mehr) gut sehen oder blind sind, aber auch als Fußgänger ohne dieses Handikap gewöhnt man sich schnell an dieses akustische Signal. Man kann sich beim Warten entspannen und seinen Tagträumen nachgehen. Der Blick ist nicht hochkonzentriert auf die Ampel gerichtet, um ja nicht den Startschuss zu verpassen, sondern kann umherschweifen, die anderen Leute sowie das Treiben in der Stadt beobachten. Sobald die Ampel auf Grün schaltet, wird man von einem schnellen „tschuk, tschuk, tschuk“, ähnlich einem Taubengurren, wieder in die Realität zurückgeholt. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass Fußgänger, selbst in einer Großstadt wie Sydney, entspannt wirken. 

Da wir gerade bei Ampeln sind, wäre hier noch zu erwähnen, dass es an Straßenkreuzungen für die Autofahrer in jeder Fahrtrichtung 2 Ampelanlagen gibt. Eine direkt an der Kreuzung und noch eine weitere hoch oben auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung. Das ist eine geniale Einrichtung, selbst wenn man ganz vorne steht, muss man sich nie unnötig den Hals verrenken. Diese Extraampel haben wir hier in Deutschland nach unserer Rückkehr sehr vermisst.

Steckdosen zum Ein- und Ausschalten

Jede Steckdose in Australien kann mit einem kleinen Kippschalter abgeschaltet werden. So kann man getrost auch mal den Stecker stecken lassen und sicher sein, dass kein Strom verbraucht wird.

Rauchen

In Australien gibt es ein grundsätzliches Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Transportmitteln, Einkaufszentren, Restaurants, Pubs, Clubs und Diskotheken. Sogar an den Stränden von Bondi und Manly herrscht offiziell Rauchverbot. In Queensland muss sogar ein Mindestabstand von 4 Metern zur Hauswand eingehalten werden, wenn man zum Rauchen vor die Tür geht. Das Rauchverbot besteht seit Juli 2007 in allen australischen Bundesstaaten und wird in der Regel kritiklos akzeptiert, da es sicher wichtigere Themen gibt.

Öffentliche Toiletten

Ob in einer kleinen Ortschaft oder am abgelegensten Aussichtspunkt, in Australien findet man immer eine öffentliche Toilette. Abgesehen davon, dass sie meistens sauber sind, ist auch immer Toilettenpapier vorhanden.

Klimaanlagen und Kälte

Draußen ist es in Sydney oft heiß oder auch zu heiß, deswegen ist es drinnen oft kalt bzw. zu kalt. Ein gutes Beispiel sind die neueren Busse, die man auch als “fahrende Gefrierschränke” bezeichnen könnte. Die alten klapprigen, aber wärmeren Busse werden leider immer seltener.

Im Supermarkt bei „Coles“ z.B. kann man zwar bis Mitternacht einkaufen, sich aber auch schnell eine Erkältung holen. Der Gang zum Kühlregal gleicht einem Trip zum Nordpol, besonders auffallend, wenn man gerade erhitzt vom Strand kommt. Mit einer Gänsehaut steht man zitternd vor dem Kühlregal – brrrrr -, wirft seine Sachen schnell in den Wagen, um sofort wieder in wärmere Regionen zu flüchten.
                                                                
Ein Bier muss kalt sein und wenn es draußen heiß ist, kann es auch noch etwas kälter sein. Abgesehen davon, dass das australische Bier wegen der fehlenden Schaumkrone eher wie eine Pfütze aussieht, ist es auch noch so kalt, dass man es kaum in der Hand halten kann und der erste Schluck oft Kopfschmerzen verursacht. Dank der australischen Hitze erreicht es aber relativ schnell eine angenehme Trinktemperatur. Trotz allem schmeckt es sehr gut, ist erfrischend und passt optimal zu Fish & Chips.

Kakerlaken

“They’re so big you can ride them“ sagte ein ehemaliger Arbeitskollege, als wir in Sydney lebten und auf Kakerlaken zu sprechen kamen. Ja, sie können wirklich sehr groß werden und egal wie sauber man seine Bude hält, sieht man immer mal wieder eine an der Wand oder am Boden entlang flitzen und der Kakerlakenjäger muss wieder zur Tat schreiten.

Für Zimperliche gibt es natürlich giftige Sprays, aber warum soll man sich die Luft verpesten, wenn ein „Thong“ immer noch die effektivste, umweltfreundlichste und auch die humanste Methode ist. Und da man sie ständig an den Füssen trägt, hat man immer schnell einen zur Hand.

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